
PsychoSoziale Notfall Versorgung
im Landkreis Fürstenfeldbruck
BRK - Kriseninterventionsdienst - Notfallseelsorge
Die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) im Landkreis Fürstenfeldbruck wird getragen durch eine Kooperation
des Roten Kreuzes FFB bestehend aus BRK-Kriseninterventionsdienstlern (KID) sowie aus Seelsorgern des katholischen und evangelischen Dekanats Fürstenfeldbruck
und des KIT (Kriseninterventionsteams) der Malteser Gröbenzell.
Aufgabe: Erstbetreuung akut traumatisierter Menschen
bzw. erste Trauerbegleitung
Alarmierung: Durch die Leitstelle 112, angefordert meist durch die Einsatzkräfte
„Werden die Notfallbetreuer zu Verkehrsunfällen gerufen?“ ist öfter die Frage. Ja, das gibt es auch. Der häufigste Einsatzfall ist aber, wenn jemand unerwartet zuhause verstirbt und betroffene Angehörige zu betreuen sind. Bei einem Drittel der Einsätze war das der Fall.
Die Rettungskräfte oder die Polizei fordern bei Bedarf über die Leitstelle einen Kriseninterventionsdienst an. Von Montag Abend bis Freitag früh ertönt der Piepser dann beim diensthabenden Krisendienstler des BRK oder bei einem Seelsorger. In der zweiten Hälfte der Woche wird das Kriseninterventionsteam (KIT) der Malteser Gröbenzell alarmiert, dem zweiten Krisendienst im Landkreis, mit dem BRK und Notfallseelsorge seit fünf Jahren kooperieren.
Bei knapp 20% der Einsätze der Notfallbetreuung (so hieß der BRK Krisendienst bisher) in den 12 Jahren des Bestehens war es nötig, Angehörigen rund um eine Reanimation beizustehen. Bei etwa jedem fünften Einsatz wurde die Überbringung einer Todesnachricht – meist mit der Polizei – bzw. die Betreuung von Angehörigen rund um einen Suizid angefordert. Unter das letzte Drittel aller sonstigen Einsätze (Gewalterfahrung, Kriminalität, Kindstod u.a.) fielen dann auch alle tödlichen Unfälle, dazu gehören dann die Verkehrsunfälle mit einem kleineren Prozentsatz.
Bis 2010 hieß der Krisendienst in Trägerschaft des BRK und der beiden Dekanate „Notfallbetreuung Fürstenfeldbruck“, bestehend in der Mehrzahl aus Seelsorger/innen. Seit Anfang 2010 ist nun das neue gemischte Team aus Seelsorgern und Mitgliedern des Kriseninterventionsdienstes des BRK im Einsatz.
Wir Notfallseelsorger, inzwischen die Minderzahl, fahren seit Jahren gut mit der engen Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz. Auch die Kooperation mit dem KIT Gröbenzell bewährt sich im Einsatzalltag sehr.
Leiter des Krisenintverventionsdienstes (KID) beim Roten Kreuz ist Willhelm Gleixner.
Der Beauftragte für das katholische Dekanat FFB ist der Klinikseelsorger Wolfgang Wilczek.
Als evangelischer Dekanatsbeauftragter bin ich selbst für die Leitung des evangelischen Teams zuständig.
Der Psychotherapeut und altgediente Rotkreuzler, Wolfgang Schwarzfischer, wirkt in unserem Team u.a. als Fachberater und kümmert sich mit anderen zusammen um die Betreuung von Einsatzkräften nach stressbelastenden Einsätzen.
Es ist der spektakuläre Katastrophenfall mit seinen Einsätzen von Notfallseelsorgern und Kriseninterventionsteams, der in den Medien am meisten Aufsehen erregt – denken wir nur an den Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall 2003. Im Landkreis FFB kamen in den letzten Jahren Gott sei Dank solche Großeinsätze nicht vor.
Hingegen der von außen unbemerkte Einsatz für Menschen, denen durch den plötzlichen Tod eines geliebten Menschen die persönliche Welt einstürzt, das ist unser hauptsächlicher Dienst.
Mit herzlichen Grüßen
Claus Fiedler
Pfarrer und evang. Dekanatsbeauftragter für Notfallseelsorge im Landkreis Fürstenfeldbruck
Kontakt:
Claus Fiedler
c/o Evang.-Luth. Dekanat
Albrecht-Dürer-Str.26
82256 Fürstenfeldbruck
Tel. 0163-7456021
Email: Claus.fd@web.de